Eine Neuntöter Familie im Schwarzwald

Anfang August hatte ich das Glück, während einiger Tage meiner Sommerferien die malerische Umgebung eines Hofs von Freunden im Süden des Schwarzwals entdecken und erkunden zu dürfen. Der Hof liegt ausserhalb eines kleinen Dorfs, am Ende einer kleinen Fahrstrasse, die direkt hinter dem Hof in eine Forststrasse übergeht. Im Sinne von befestigten Strassen also beinahe eine Sackgasse. Die nähere Umgebung des Hauses ist dicht bewachsen mit Kräutern, Hecken und einigen schönen Bäumen. Es gibt neben Salbei, Thymian, Lavendel und Rosmarin noch viel weitere kultivierte und wilde Kräuter. Sehr beeindruckt haben mich grosse Brennesselkolonien, die eine ganz eigene, urige und erhabene Schönheit und Kraft ausstrahlen. Dann gibt es Himbeeren, Brombeeren, Aroniabeeren, Mirabellen und noch einiges mehr. Die unmittelbare Umgebung des Hofes geht dann über in extensive Wiesen, die mit Tieren beweidet und gelegentlich gemäht werden. Nach ein paar hundert Metern begrenzt ein schöner Nadelwald die Hof Lichtung fast von allen Seiten. Auf einer Seite des Hofes führt ein kleines Treppchen einige Stufen hinunter zu einem schönen Bach. Alles in allem ein Hof wie aus dem Bilderbuch.

So ein Gelände ist ideal zum Runterkommen, Entspannen und Staunen. Mir als Vogelliebhaber ging direkt das Herz auf, weil es sich überall bewegte und flatterte. Mit so einem reichhaltigen Nahrungsangebot gibt es eine intakte Lebendigkeit an Kleinlebewesen, Mäusen, Amphibien und Insekten. Und insbesondere mit letzteren auch Vögel, die sich gerne von Insekten ernähren. Ich stand unweit vom Haus und schaute in die Kräuter-, Beeren- und Wiesenlandschaft, um zu sehen, was mir so alles auffallen würde. Da entdeckte ich auf einem Pfosten, zwischen dem krautigen Bewuchs und einer angrenzenden Wiese einen Vogel, der einige Zeit ruhig auf dem Pfosten sass, dann mit einem schnellen und gewandten Flug in die Vegetation verschwand und bald darauf wieder auftauchte und sich wieder auf den gleichen Pfosten setzte. Fast immer etwas Herzhaftes zum Verspeisen im Schnabel. Mal ein Schmetterling, mal eine Heuschrecke oder sonstige grössere Insekten. Die Rede ist hier vom Neuntöter. Genauer gesagt von einer Neuntöter Dame, die sich mir als erste zeigte.

Neuntöter Weibchen, birds-online.ch

Diese Vogelart ist spezialisiert auf offene sonnige Landschaften mit mässigem Bewuchs durch Hecken und Sträucher. Als Standort wählt der Vogel in der Regel einen Dornstrauch wie Weiss- oder Schwarzdorn oder Heckenrosen, auf denen er oft in oberster Position auf seiner Warte sitzt und die Landschaft beobachtet. Kaum hat er etwas erspäht, fliegt er in schnellem Jagdflug auf die Beute und bringt sie zurück, um sie in Ruhe zu verspeisen oder sie gelegentlich sogar auf einer der Dornen aufzuspiessen. Neben den schon erwähnten Insekten, ist der Neuntöter auch in der Lage, kleine Mäuse, Reptilien oder gelegentlich sogar kleine Vögel zu erbeuten. Zu Hause ist der Vogel im Sommer in der gesamten westlichen Paläarktis und die gesamte Population zieht ab Ende August Richtung Kongobecken und Südafrika in die Winterquartiere. Er ist somit ein Langstreckenzieher und gehört zur Familie der Würger mit rund 25 verschiedenen sehr ansehnlichen Arten.

Ich beobachtete die Neuntöter Dame noch eine ganze Weile weiter und weitete dann den Blick über die Wiese ans hintere Ende, wo eine grosse und dichte Hecke das Grundstück begrenzte und davor ein Holzzaun angebracht war. Da entdeckte ich einen Vogel mit sehr ähnlichem Verhalten aber deutlich anderem Äusseren. Ein Blick durch das Fernglas bestätigte ein Neuntöter Männchen, mit seinem beeindruckenden Äusseren. Er hat einen grauen Hinterkopf und Nacken, eine markante schwarze „Zorromaske“, ein Streifen über das Auge Richtung Nacken, eine weisse Kehle, einen rostrotbraunen Rücken und einen zartrosa Bauch. Beim Weibchen sind die gesamte Hinterseite und der Kopf braun-rötlich. Die Vorderseite mit Brust und Bauch ist cremefarben mit einer Schuppung des Gefieders. Diese ist bei näherem Hinschauen deutlich zu erkennen. Die Jungvögel gleichen stark den Weibchen, mit einer teils noch stärkeren Schuppung des Vordergefieders. Der Schnabel hat einen deutlichen Hacken, der es dem Vogel erlaubt, Beutetiere effektiv zu töten.

Neuntöter Männchen, birds-onlince.ch

Nun konnte ich das Weibchen und das Männchen gleichzeitig ins Visier nehmen. Beide waren sehr aktiv am Jagen, aber sie verschwanden nicht in Richtung eines Nestes, was mich wunderte, weil sie zu dieser Zeit eigentlich Junge haben müssten. Die Neuntöter nisten in der Regel direkt in einem ihrer bevorzugten Dornensträucher. Sie gehen sogenannte „Saisonehen“ ein, was eine Verpaarung mit dem gleichen Partner für eine Brutsaison bedeutet. Zufällig, wenn Männchen und Weibchen aus Afrika an den selben Ort zurückkommen, können es auch mehrere Saisonehen werden. Die Balz ist intensiv und wird von Imponierflügen, Gestikulationen und Gesängen des Männchens begleitet. Die Neuntöter besetzen ein Revier und sind sehr territorial. In ihrem Revier werden keine anderen Individuen der gleichen Art geduldet.

So ein Neuntöter Revier hatte ich beim Beobachten auf dem schönen Hof im Schwarzwald in seiner vollen Pracht vor mir. Und am nächsten Tag löste sich auch das Rätsel auf, warum die erwachsenen Vögel nicht zum Füttern verschwanden. Es gab Jungvögel und die waren alle schon mobil. Ich zählte vier Individuen. Als Höhepunkt schenkte mir die Neuntöter Familie einen einmaligen Familienblick durch das Fernglas, in dem ich sage und schreibe fünf Vögel, den Vater und die vier Jungvögel, die alle in geringer Entfernung vom Vater auf dem Zaun sassen, gleichzeitig durch das Glas im Bild hatte. Ein fantastischer Anblick. Der Vater zeigte den Jungen, wie man sich nahrhafte Insekten aus der Landschaft holte, und wie man sich diese für den Verzehr vorbereitet. Bei einigen Beutearten, wie zum Beispiel solche mit Stacheln oder Gift, benötigt es eine geschickte Zubereitung, die auch gelernt sein will.

Neuntöter Jungvogel, birds-online.ch

Ich erfreute mich die drei Tage sehr an der Landschaft und ihrer Lebendigkeit. Neben den Neuntöter gab es noch viele andere Vögel und Tiere. Diese Familie war mir jedoch in der kurzen Zeit schon ans Herz gewachsen und erfüllte mich mit Hoffnung für viele weitere erfolgreiche Bruten an diesem Ort.

Drosseln, eine Familie der Meistersänger

Wenn man jetzt rausgeht, empfängt einen überall die üppige Pracht der zu blühendem Leben erwachenden Natur. Es spriesst und sprosst, die Blätter und Blüten stossen raus und verbreiten einen vielfältigen Farben- und Duftreichtum in der Landschaft. Dies trifft zusammen mit der geschäftigsten Periode des Jahres in der Vogelwelt. Wo man hinschaut ein Singen, Balzen, Nest vorbereiten. Schon meistens vor der Haustüre, je nach dem wo man wohnt, aber bei vielen dürfte dies zutreffen, hört man eine wohltuend flötige, fröhlich-feierliche Vogelstimme, die sich zum Teil wie ein Schirm über viele andere Gesänge drüberlegt. Es ist dies der Gesang der Amsel. Zwei Grundmuster sind zu erkennen: einmal sonorige einleitende Töne im 2 bis 3 khz Bereich, gefolgt von zwitschernden Elementen in einem deutlich höheren Bereich; und ein andermal flötig-pfeifende Strophen, die in einer entspannt gechillten Art dargeboten werden, und im unteren Bereich bleiben. Rund um diese Muster herum, die selbst immer wieder abgewandelt werden können, gibt es unendlich viele Ausschmückungen, Schnörkel und Verästelungen. Es scheint ihr richtiggehend Spass zu machen, der Amsel bzw. dem Amselmännchen, ständig neue Muster und Abfolgen zu komponieren. Aus der Beobachtung schliesse ich, dass die komplexeren Gesangsmuster über die Jahre gelernt und erweitert werden. Jüngere Männchen „hauen sich noch nicht so ins Zeug“ und haben einfachere Kombinationen und einen etwas leiseren und einfacheren Jugendgesang. Der Amselmann pflegt es, sich auf eine erhöhte (hohe) Singwarte zu begeben, teilweise ein, zwei Ästchen unter der Spitze eines Baumes, auf den Dachgiebel oder eine Hausdachecke, um seiner Darbietung möglichst grosse Wirkung zu verleihen. Damit wird ein Raum akustisch belebt und abgesteckt, der in der Folge für die Balz, die Paarung und die Brut und Aufzucht der Jungen dient. Auf die vielen anderen Lautäusserungen der Amseln, wie das „tixen“, „duken“, „zetern“ u.a. gehen wir hier nicht detaillierter ein, das könnte mal ein eigener Beitrag zur Vogelsprache werden. Absolut beeindruckend ist die Ausdauer beim Gesang, der gefühlt von fünf am Morgen bis acht am Abend beinahe durchgehend anhält.

Amselmännchen, birds-online.ch

Wenn man die letzten Wochen und noch immer, aus der Stadt oder aus dem Dorf noch weiter rausgegangen ist, über eine grosse Wiese zu einem Waldrand hin, konnte man besonders in den Morgen- und Abendstunden noch andere, sehr wohltuend-berührende Gesänge wahrnehmen. Einer davon, einer meiner Lieblingsgesänge, kommt von den Misteldrosseln. Die Strophen sind einfacher aufgebaut als bei der Amsel. Sie bleiben in der Regel durchgehend im 2 bis 3 khz Bereich, vermögen aber auf eine ganz besondere und eingehende Art und Weise zu berühren. Öfter singen mehrere Misteldrosseln gleichzeitig, und sie schaffen es dabei immer wieder, sich an einem Waldrand in den besten akustischen Positionen zu platzieren und eine nach der anderen ihren Gesang ertönen zu lassen, so dass es klingt, wie in einem Amphitheater, ineinander, übereinander gehend, und wie von überall her. Die Stimmung, die dabei entsteht, ist für mich bedeutungsvoll, weit aufmachend und viele Stränge verbindend. Ich freue mich jedesmal sehr, wenn ich an so einen Platz laufe, und dann die Gesänge über mich rieseln lassen kann.

Misteldrossel, birds-online.ch

Und so gebannt, diesem wohltuend Klangschauer lauschend, tut sich auf einmal eine zusätzliche Welt auf. Ab und zu aus dem Wald heraus aber auch von einem anderen Baum am Rande der Lichtung ertönt, fast wie eine Fanfare, aber ebenso angenehm und wohltuend klingend wie bei den beiden bereits erwähnten Schwesterarten, ein beeindruckender, volltöniger Paradevogelgesang. Hier ist das Grundmuster, dass ein Motiv, ebenfalls im unteren Tonbereich, zwei- bis viermal wiederholt wird, und dann das nächste Motiv mit zwei- bis viermaliger Wiederholung folgt. So entstehen immer wieder überraschende und neuartige Abfolgen und Kombinationen, fast als würde eine Klangperlenkette aufgefädelt. Da der Gesang schon von weitem zu hören ist, gehe ich immer wieder mal langsam in die Nähe und stelle mich hin und lausche gebannt der Anderswelt, die sich hier ganz besonders zu offenbaren scheint. Dieser Vogel trägt den Namen nicht von ungefähr: die Singdrossel. Sie sieht neben dem, dass sie faszinierend singen kann, auch noch ganz hübsch aus. Sie ist etwas kleiner als die Amsel, hat auf der Oberseite ein grau-braunes Gefieder, ist auf der Unterseite cremig-weiss, das Kinn und die Kehle sind beige und die Flanken gelblich, und dazu ist fast die gesamte Unterseite mit braun-schwarzen Tupfen gemustert, die bisweilen eine v- oder herzförmige Form haben.

Singdrossel, birds-online.ch

Alle drei Vogelarten gehören zur Familie der Drosseln, die weltweit rund 175 Arten umfasst. Bei uns kommen neben den erwähnten, noch drei andere Arten vor. Die sehr schön gefärbte und relativ häufige Wacholderdrossel, die aus dem Norden stammende und bei uns oft durchziehende Rotdrossel und die deutlich seltenere, ebenfalls sehr ansehnliche und auf höhere Lagen spezialisierte, Ringdrossel. Diese drei Arten sind dem Familienstand entsprechend stimmlich sehr ausdrucksstark, haben aber nicht so beeindruckende und eingängige Gesänge wie die anderen drei Arten.

Glücklicherweise sind die drei Gesangsmeisterinnen Amsel, Singdrossel und Misteldrossel noch überall recht häufig. Ganz grob haben alle drei Arten ihren Verbreitungsschwerpunkt in Europa, das Vorkommen der Sing- und Misteldrossel reicht bis an den Baikalsee, das der Amsel deutlich weniger weit. Alle drei Arten sind Kurzstreckenzieher und die europäischen Vorkommen verbringen den Winter in den Mittelmeergebieten. Am wenigsten ziehen die Amseln in Mitteleuropa. Von ihnen bleiben viele im Winter auch einfach da. Alle drei Arten haben ein breites Nahrungsspektrum aus tierischen und pflanzlichen Bestandteilen und suchen ihre Nahrung gerne am Boden. Den Amseln kann man zum Teil von wenigen Metern Entfernung zusehen, wie sie rumrennen, stehen bleiben, mit dem Schnabel stochern und etwas runterschlucken, und dann wieder weiter rennen. Sie war noch vor rund 150 Jahren eine Waldbewohnerin und besiedelte erst nach und nach die Kulturlandschaften und Städte. So können wir heute an vielen ungewöhnlichen Stellen ihren Gesang bewundern. Hoffen wir, dass diese Prachtvögel uns weiterhin verzaubern und uns Tore in die Verbindung mit Mutter Natur und den feinstofflicheren Bereichen eröffnen.

Der magische Kernbeisser

Es ist Anfang März und in der Natur ist schon was los. Viele Tiere bereiten sich auf die Paarungs- und Balzzeit und den Nest- und Höhlenbau vor, oder sie sind schon mitten darin. Letzthin war ich einige Mal draussen und beobachtete dieses emsige Treiben. Die Krähen und Störche sammeln Ästchen, um ihre Nester zu flechten. Die Spechte hämmern, um ihr Revier abzustecken und auf sich aufmerksam zu machen und sie beginnen damit, ihre Höhlen in Schuss zu bringen, um sie dann herzeigen und eine Partnerin von deren Eignung überzeugen zu können. Die Blau- und Kohlmeisen suchen die Bäume ab, um einen geeigneten Niststandort ausfindig zu machen. Und die Ringeltauben führen ihre „Klatschflüge“ auf, in denen sie in einem grossen Bogen aufsteigen, mit den Flügeln klatschen, und sich wieder absinken lassen. Einige Vögel verfolgen sich in rasanten, kurvigen Hochgeschwindigkeitsflügen. Als ich so dastehe und das Treiben beobachte und den Gesängen und Rufen zuhöre, dringt ein konstantes „zt, zit, zik“ oder „pit“ zu mir, ab und zu gefolgt von einem „tsi“ oder „ksi“. Zuerst fällt es gar nicht so auf, aber wenn die Aufmerksamkeit mal darauf gerichtet ist, dann sind die Laute klar und deutlich zu hören. Ich denke mir, das ist ein Kernbeisser. Ich schaue rauf und suche die Baumkronen ab. Jetzt sind noch keine Blätter an den Bäumen, sonst wäre die Suche vielleicht vergeblich. Es dauert einige Zeit, während der ich versuche, die Richtung zu orten. Dann endlich, sehe ich einen recht grossen Vogel, in etwa wie ein Star, auf einem Ast sitzen. Ich schaue mit dem Fernglas hin und ja, es ist ein Kernbeisser! Unglaublich, dass ein so grosser Vogel, es ist der grösste in der Familie der Finken, sich so gut tarnen kann. Er ist neben dem Grauschnäpper, einer der Vögel, die bei Vogeltouren am häufigsten übersehen oder nicht bemerkt werden. Wahrscheinlich hofft er, dass die Blätter doch bald spriessen werden, weil dann wird er sich den Blicken vollends entziehen und ist dann nur noch durch seine Laute zu lokalisieren.

Wenn ich den Kernbeisser anschaue, bin ich jedes mal wieder verblüfft, wie erhaben und magisch er aussieht. Wie eine kleine Statue, die mit viel Liebe gemacht worden ist. Er hat einen orange-braunen Kopf mit braunen Augen und einem mächtigen kegelförmigen Schnabel, der im Sommer grau-blau und im Winter rosa ist. Der Nacken ist grau, der Rücken braun und die Flügel sind schwarz-blau mit einem weissen Band. Die Schwanzspitze ist ebenfalls weiss. Das Weibchen hat eine ähnliche Zeichnung der verschiedenen Partien, aber die Farben sind etwas weniger deutlich abgegrenzt und vor allem im Kopf-, Brust- und Bauchbereich blasser. Die Vögel haben ein Gewicht von rund 50 bis 60 Gramm und eine Flügelspannweite von rund 30 Zentimeter.

Männlicher Kernbeisser, birds-online.ch

Die Kernbeisser ernähren sich hauptsächlich von Samen von Laubbäumen wie Hainbuche, Rotbuche, Kirschen und Zwetschken sowie von verschiedensten Früchten. Beim Knacken der Kerne zeigt der Kernbeisser, weshalb er so heisst. Die extrem harten Kerne können nur mit sehr hohem Druck aufgeknackt werden, den der Kernbeisser mit seinem besonders dafür geeigneten Schnabel ausüben kann. Zur Brutzeit kommen Raupen, Insekten, Spinnen und Regenwürmer ins Ernährungsspektrum hinzu.

Der grosse Finkenvogel bewohnt gerne lichte Laub- und Mischwälder, kommt aber auch regelmässig in Friedhöfen und Parkanlagen mit altem Baumbestand sowie weitläufigen Streuobstwiesen vor. Bei mir in Basel ist er „um die Ecke“ von mir in einem grossen Stadtpark zu finden. Dort hat es alte Buchen, Hainbuchen, Platanen und Eichen, in denen er genug Samen und Früchte als auch Nistmöglichkeiten vorfindet. Gerade jetzt hat die Balz, die Paarbildung und die Nistplatzwahl begonnen. Bei der Balz zeigt das Männchen einerseits Imponierposen mit aufgestellten Federn und Lautäusserungen und andererseits Demutsposen mit vibrierenden Flügeln. Den geeigneten Nistplatz suchen Männchen und Weibchen gemeinsam aus, und auch der Nestbau wird zusammen ausgeführt. Die rund fünf Eier werden etwa 14 Tage bebrütet und nach etwa einem Monat sind die Jungvögel selbständig.

Weiblicher Kernbeisser, birds-onliine.ch

In Mitteleuropa ist der Kernbeisser ganzjährig anzutreffen. Die in Osteuropa, Kleinasien und dem Kaukasus und noch weiter im Osten lebenden Populationen ziehen teilweise zum Überwintern in das Mittelmeergebiet und nach Nordafrika. Die aktuellsten Schätzungen kommen in der Schweiz auf einen Bestand von rund 15’000 Paaren, in Deutschland auf etwa 300´000 Paare und weltweit auf ungefähr 20 Mio. Individuen. Die IUCN stuft den Vogel als „nicht gefährdet“ und den Bestand als stabil ein.  Endlich auch mal eine Vogelart, die in der Anzahl nicht ständig zurückgeht!

Ich habe den Kernbeisser nach der diesjährigen ersten Sichtung noch weitere Male gesehen, und das jedes Mal auf eine besondere Art. Mir erscheint der Vogel mit seiner anmutigen, edlen und stoischen Ruheposition, mit seinem verblüffenden Äussern und mit seinem unerwartet leichten und eleganten Flug wie ein Botschafter aus einer anderen Welt. Meine Assoziationen dazu sind Eleganz, Präsenz, Raum, Haltung und die Gleichzeitigkeit von Standfestigkeit und Beweglichkeit. Ich möchte unbedingt weiter forschen, wo und wie ich den Vogel wieder sehe und was sich weiter daraus entwickelt. Magst Du auch mal nach ihm Ausschau halten?

Das Naturwunder Vogelzug, Teil 1

Der Vogelzug ist für mich eines der faszinierendsten, erstaunlichsten und komplexesten Phänomene in der Tierwelt. Zweimal im Jahr – im Herbstzug und im Frühjahrszug – bewegen sich Millionen von Vögeln überwiegend in einer Nord-Süd-Richtung im Herbst und in Süd-Nord-Richtung im Frühling und verbinden damit ihre Brutgebiete in den gemässigten Zonen mit Sömmerungsgebieten in den wärmeren und tropischen Regionen. Da sich der Vogelzug über Wochen und Monate erstrecken kann, befinden sich fast ständig Vogelgemeinschaften auf dem Weg. Sie folgen dabei traditionellen Zugwegen, weshalb man diese in verschiedene Vogelzugrouten (Flyways) klassifizieren konnte. Birdlife International unterscheidet acht bis neun solcher Vogelzugrouten und zusätzlich werden gerade auch bislang unbekannte Hochseezugrouten identifiziert.

Neben den amerikanischen, ost- und zentralasiatischen und ostafrikanischen Routen ist die in Mitteleuropa wesentliche die ostatlantische Vogelzugroute (East Atalantic Flyway). Sie verbindet arktische Brutgebiete von Kanada, über Grönland und Island bis Zentralsibirien mit Westeuropa und Westafrika. Jeden Herbst ziehen grosse Gruppen – die Schätzung beläuft sich auf etwa 90 Mio. Vögel insgesamt nur für diese Route – von grösstenteils Wasservögeln aber auch Sing- und Greifvögeln vom hohen Norden in den Süden. Für einige Familien wie die Gänse, Enten und Schwäne ist Westeuropa das Hauptziel, für andere ist es eine Zwischenstation auf dem Weg nach Afrika. Für viele im Gleitflug ziehende Vögel, die auf Aufwinde und gute Thermik angewiesen sind, ist das Mittelmeer eine grosse Hürde, weshalb sie das Meer an der engsten Stelle bei Gibraltar überqueren. So vollzieht sich in dieser Region jährlich ein faszinierendes Schauspiel mit hunderttausenden ziehenden Greifvögeln, darunter Wespenbussarde, Schwarzmilane und Zwergadler.

Kraniche im Flug, birds-online.ch

Rund 300 Vogelarten orientieren sich auf der ostatlantische Vogelzugroute auf ihrem Weg in den Süden an ergiebigen Nahrungs- und Rastplätze wie dem Ladoga See in Russland, dem Matsaalu National Park in Estland, dem Memeldelta in Litauen, dem Wattenmeer in Holland, Dänemark und Deutschland, dem Loire Delta in Frankreich, dem Doñana Nationalpark in Spanien, dem Lagunensee Merja Zerga in Marokko, dem Banc d’Arguin Nationalpark in Mauretanien, dem Diawling Nationalpark in Mauretanien und dem Senegal, der Saloum-Niumi Region im Senegal und in Gambia und dem Bissagos Archipel in Guinea-Bissau.

Nun gibt es nicht nur eine hauptsächliche „Zugstrategie“ sondern sehr viele verschiedene. Und zudem werden diese auch noch laufend angepasst, je nach klimatischen Verhältnissen, Nahrungsangebot, Konkurrenzsituation und anderen Faktoren. Einige Begriffe in diesem Zusammenhang sind Kurzstreckenzieher, Langstreckenzieher, Teilzieher u.a. Gerade in den letzten Jahren sind starke Veränderungen von Zugverhalten von einzelnen Vogelarten festzustellen. Ein sehr charakteristischer Langstreckenzieher ist beispielsweise der Weissstorch. Bis vor nicht allzu langer Zeit zogen diese Vögel durchwegs jeden Herbst in Gebiete südlich der Sahara. Nun ist zu beobachten, dass immer mehr schon in Spanien oder Südfrankreich halt machen. Und von da im Frühling wieder in den Norden zurückfliegen. Auch mehr und mehr bleiben sogar in ihren Brutgebieten und ziehen überhaupt nicht mehr und wandelten sich so von Zugvögeln zu Standvögeln. Ein sehr vielschichtiges Bild des Zugverhaltens ergibt sich auch für die Graureiher. Ein bestimmter Anteil fliegt nach wie vor weit in den Süden, andere bevorzugen kürzere Strecken und andere bleiben in ihren angestammten Gebieten. Einer der „klassischen“ Zugvögel ist nach wie vor der Kranich. Er ist eine magisch-majestätische Erscheinung und weckt vielerorts Fernweh und Reisegelüste, wenn er in grossen Gruppen laut rufend gegen den Süden zieht.

Bei den Greifvögeln sind unterschiedliche Strategien von nahe verwandten Arten zu beobachten. Beispielsweise ist der Schwarzmilan nach wie vor ein ausgesprochener Langstreckenzieher, und ein Grossteil der Vögel verbringt den Winter südlich der Sahara. Im Unterschied dazu überwintern die Rotmilane in  Spanien, Frankreich oder auch direkt bei uns. Der Mäusebussard fliegt ebenso nicht allzu weit weg und passt sich mit seiner Zugstrategie sehr gut an die Umstände und Verhältnisse an. Dahingegen fliegen die Wespenbussarde fast ausnahmslos vom Norden (auch Deutschland) in die feuchteren Baumsavannen und Regenwaldgebiete in West- und Zentralafrika. Bei den Falken sind die Turm- und Wanderfalken grösstenteils Standvögel und die Baumfalken Langstreckenzieher.

Bei vielen Watvögeln, wie dem Alpenstrandläufer, dem Knutt, der Uferschnepfe oder der Küstenseeschwalbe, ergibt sich das Profil, dass sie in der Arktis und in der Tundra brüten, auf ihrem Zugweg in riesigen Schwärmen, zum Beispiel im deutschen Wattenmeer, rasten, und dann weit in den Süden weiterfliegen. So kommen sie auf teils unvorstellbare Wegstrecken von vielen tausenden und mit Hin- und Rückweg sogar zehntausenden Kilometern Flugdistanzen. Die längsten Zugwege nehmen die Küstenseeschwalben auf sich. Sie brüten in den nordpolaren Arktis Gebieten und überwintern in den südpolaren Antarktis Gebieten. Sie nutzen so als auf Sicht jagende Stosstaucher das Maximum an Tageslicht und Sonnenstunden. Die riesigen Distanzen schaffen sie auch deshalb, weil sie „halbseitig“ im Flug schlafen können.

Uferschnepfen im Flug, birds-online.ch

Weitere ausgeprägte Zugvögel sind die Mauersegler und der Kuckuck. Unter den Singvögeln sind weit ziehenden Arten (Langstreckenzieher) die Schwalben, die Nachtigall, der Grauschnäpper, der Teichrohrsänger, die Gartengrasmücke, der Gartenrotschwanz oder der Fitis. Letztere drei haben mit der Mönchsgrasmücke, dem Hausrotschwanz und dem Zilpzalp „Geschwisterarten“ die Kurzstreckenzieher sind. Viele Eulenarten, wie der Waldkauz, Raufusskauz, Sperlingskauz, Steinkauz oder Uhu sind Standvögel. Ebenso alle heimischen Spechte, mit Ausnahme des Wendehalses. Auch die meisten Rabenvögel und Meisen sind Standvögel. Die meisten Finken – wie Buchfink, Erlenzeisig, Stiglitz oder Girlitz – und die Drosseln – wie Amsel, Singdrossel oder Misteldrossel – kombinieren die Strategien Standvogel und Kurzstreckenzieher.

Wie ihr seht, ist der Vogelzug ein äusserst bemerkenswertes Naturgeschehen, für das dieser Beitrag nur die oberste Schicht berühren konnte. Weitere spannende Fragen in diesem Feld sind beispielsweise: Wie findet der Vogelzug konkret statt? Wie orientieren sich die Vögel? Wie schaffen die Vögel diese enormen Leistungen physiologisch? Was sind Gefahren auf den Zugwegen? Was passiert in den Überwinterungsgebieten? Aus diesem Grund hat dieser Blog Beitrag im Titel den Zusatz „Teil 1“, weil ich gerne das Thema in ein, zwei weiteren Beiträgen noch vertiefter anschauen möchte.

Gänsegeier in den Freiburger Voralpen

Anfang August verbrachte ich im Rahmen meiner Sommerferien drei Tage rund um den Schwarzsee in den Freiburger Voralpen. Von Fribourg (CH) fuhr ich mit dem Bus rund 50 Minuten aus der Stadt raus, immer weiter ins Land hinein und langsam immer höher hinauf bis zum Schwarzsee, einem etwa 1.5 km langen und 0.5 km breiten schönen See auf etwas mehr als 1’000 Höhenmetern, umgeben von den Bergen der Voralpen. Die Schweiz kann grob in drei geographische Regionen unterteilt werden: Das Jura Gebirge, ein rund 300 km langer Gebirgsbogen an der Grenze zu Deutschland und Frankreich, der bis knapp 1’700 Höhenmeter reicht, das Mittelland, das sich ebenfalls auf etwa 300 km Länge auf einer mittleren Höhe von 400 bis 600 Höhenmetern von Genf bis zum Bodensee erstreckt, und die Alpen, die mit rund 60 % der Landesfläche den gesamten Süden der Schweiz einnehmen. Aus dem Mittelland steigen die Alpen über die Voralpen, die bis etwa 2’500 Höhenmeter reichen, bis zum Alpenhauptkamm mit 48 Gipfeln über 4’000 Höhenmetern an.

Oben links: Schwarzsee; Oben rechts: Urlandschaft Brecca; Unten: Voralpenpanorama; August 2024

Gleich am ersten Tag am Schwarzsee war strahlender Sonnenschein bei völlig blauem Himmel, und ich war bereit für eine ausgiebige Tour. Es ging mit dem Sessellift auf die Riggisalp und von da über den Euschelspass auf den Kaisergg Pass. Ich hatte gelesen, dass es in dieser Gegend Geier geben sollte, aber ich wusste nicht genau, wo sie zu finden waren. Dann, schon auf etwa halber Wegstrecke, geleiteten in einiger Entfernung einige sehr grosse Vögel die Felswände entlang. Die sahen mir sehr nach Geier aus, aber ich konnte sie noch nicht eindeutig zuordnen. Meine Felderfahrung mit Geiern ist bislang noch ziemlich gering. Je höher ich hinaufkam, und je näher ich der eigentlichen Passhöhe kam, desto häufiger wurden die Überflüge der grossen Gleiter. Und immer besser konnte ich sie auch beobachten und einordnen. Mit guter Sicht war es eindeutig: es handelte sich um Gänsegeier.

Der Gänsegeier ist ein sehr grosser Vogel aus der Familie der Habichtartigen mit einer Flügelspannweite von 2.3 bis 2.7 Metern und einem Gewicht von 7 bis 11 kg. Im Flug sind die deutlich zweifarbigen Flügel gut zu erkennen. Die Hauptfärbung ist grauschwarz und am oberen Ende befindet sich auf Flügelunter- und Oberseite jeweils ein helles Band. Der Rumpf ist sandbraun und der Kopf und der lange Hals, der von einer Halskrause gesäumt wird, sind weiss. Am Boden wirken die Geier etwas unbeholfen, aber in der Luft, mit dem eingezogenen Hals, dem kurzen Schwanz, und den taillierten Schwingen, wirkt der Gänsegeier sehr majestätisch und erhaben. Davon konnte ich mich an diesem Sommertag ausgiebig ein Bild machen.

Oben am Pass hatte ich einen herrlichen Rundumblick über die Voralpen vom Gantrisch Gebiet, über den Schafberg zu den Gastlosen und der Vanil Noir Ketten bis in die schneebedeckten Hauptalpen hinein. Das ganze Gebiet ist intensiv alpwirtschaftlich genutzt, und es befinden sich überall Rinder und Schafe bis auf die Gräte hinauf. So auch rund um den Kaiseregg Pass. Ich konnte die Geier beobachten, wie sie sich auf einer Felskuppe sitzend sammelten und die Gegend beobachteten und sich irgendwann, einer nach dem andern, mühelos lösten und direkt in einen Gleitflug übergingen. So suchten sie systematisch die Gegend ab, auf der Ausschau nach einem verwertbaren Kadaver.

Schafberg (2’239 m.ü.M) mit Alpweiden; Schaf- und Geierparadies; August 2024

Wie viele andere Tiere und auch viele Vögel, vor allen die grossen, wurde der Gänsegeier im 19. und 20. Jahrhundert massiv verfolgt. Durch intensive Schutzmassnahmen und Wiederansiedlungsprojekten – insbesondere im Massif Central in Frankreich und auch in Italien – ab den 1980er Jahren stiegen die Bestände wieder an und werden heute gemäss dem European Breeding Bird Atlas 2 auf rund 34’000 bis 41’000 Paare in Europa geschätzt, wovon Spanien etwa 90 % dieser Bestände hält. Die weltweite Verbreitung reicht von der Iberischen Halbinsel, über die italienische und Balkanhalbinsel, bis nach Zentralasien und Westindien. Einen weiteren Verbreitungsschwerpunkt neben Spanien haben die Gänsegeier im Kaukasus.

Diese Vogelart ist angewiesen auf felsiges Gelände in mittlerer Höhe, in dem durch warme Aufwinde das Segelfliegen mit geringem Energieverbrauch begünstigt wird. Die Biologie dieser Vögel ist vollständig ausgerichtet auf das rasche Auffinden und Ausnehmen von Kadavern von grösseren Säugetieren. Mittels ausdauernder Suchflüge beobachten die Geier aufmerksam das Geschehen, dabei auch andere Vögel oder Raubtiere, und lassen sich beim Auffinden von Tieren rasch in grösseren Gruppen nieder. Die sich fast vollständig von Aas ernährenden Geier finden sich dann in grossen Gruppen ein und dringen mit ihren langen Hälsen in das verendete Tier ein und säubern es bis zum Skelett. An den Fressstellen gibt es unter den verschiedenen Tieren und innerhalb der Gänsegeier Rangordnungen.

Die Gänsegeier sind gesellige Vögel und brüten in grösseren Kolonien im felsigen Gelände. Der Legebeginn liegt im Zeitraum von Jahresanfang bis etwa Ende März und in der Regel wird nur ein Ei gelegt und rund 50 Tage bebrütet. Etwa vier Monate bleiben die Jungen im Nest und werden von den Eltern gefüttert. Nach nochmals etwa drei bis vier Wochen Führungszeit wandern die jungen Geier dann ab. Die Gänsegeier übersommern zunehmend in verschiedenen Teilen der Alpen, so auch ab etwa 2012 in der Schweiz, wo sie jedoch keine Brutvögel sind. Es handelt sich dabei fast ausschliesslich um noch nicht geschlechtsreife jüngere und vereinzelt auch auch um adulte nicht brütende Vögel. Ornithologisch werden sie als „Nahrungsgäste“ bezeichnet.

An diesem Tag genoss ich das herrliche Panorama, die warme Sonne und die Nahansichten der Gänsegeier aus allen Perspektiven. Auf einmal bemerkte ich, wie sich eine Gruppe weit unten am Hang versammelte und um Zugang zu einer Stelle rang, an der sie offensichtlich etwas gefunden hatten. Es war sehr weit weg, aber ich schätzte die Gruppe auf 25 Individuen. Nach rund 10 Minuten war der Tanz schon vorbei, und einer nach dem anderen breitete die Flügel aus und liess sich von den Winden und der Thermik wegtragen. So kreisten sie sich immer höher hinauf, bis sie wieder oben am Pass waren, und zum Teil in kurzer Distanz von mir vorbeisegelten. Zu einem Zeitpunkt zogen 16 Gänsegeier gleichzeitig über mir ihre Kreise. Es war ein magisches Schauspiel, das jedoch auch einen gewissen Beigeschmack hatte. Das Gebiet wird wie erwähnt sehr stark genutzt, in den höheren Lagen hauptsächlich durch grosse Gruppen von Schafen, die sich frei bis in die höchsten Ecken bewegen, und ein Anziehungspunkt für die Gänsegeier darstellen. So verabschiedete ich mich am späten Nachmittag mit gemischten Gefühlen von dieser tollen Kulisse. Einerseits beglückt durch erstaunliche Natureindrücke und andererseits mit der Erkenntnis, dass die Tiere, wie so oft, Zusammenhänge offenlegen und sichtbar machen.